Florenz

Autoindustrie fit für die Zukunft machen

Brüssel |

Neue CO2-Grenzwerte für Pkws und Vans vorgeschlagen / Kommission fordert Emissionseinsparungen von 30 Prozent bis 2030

Die EU-Kommission hat heute die mit Spannung erwartenden neuen CO2-Grenzwerte für Pkws und leichte Nutzfahrzeuge vorgelegt, die ab 2030 gelten sollen. Im Verkehrssektor gibt es seit 25 Jahren keinen Rückgang der Emissionen. Dabei stammen rund 20 Prozent der Treibhausgase in Europa aus diesem Sektor. "Auch der Verkehr muss seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten", begrüßt Karl-Heinz Florenz, CDU-Europaabgeordneter vom Niederrhein, den Gesetzesvorschlag.

"In Bonn diskutiert die Welt gerade, wie man die Pariser Klimaziele erreichen wird. In Brüssel versuchte die Autolobby bereits im Vorfeld den Kommissionsvorschlag abzuschwächen. Als Europapolitiker arbeite ich bereits seit vielen Jahre an den CO2-Vorgaben für Pkw, die Diskussionen glichen immer einem Kuhhandel. Wir haben jetzt die Wahl, ob saubere Autos im Jahr 2030 in China oder Deutschland gebaut werden. Der Kommissionsvorlag ist gut, die Frage ist, ob es reicht", so Florenz.

"Wir brauchen eine grundlegende Änderung unserer Mobilität: Gerade der Umstieg auf Elektromobilität kann viele Arbeitsplätze schaffen, unseren Verkehr klimafreundlicher gestalten und uns weniger abhängig von Öl und Gas aus Russland oder den arabischen Ländern machen. Mit dem vorgeschlagenen Anreizsystem für Nullemissionsfahrzeuge möchte die Kommission den Druck erhöhen, dass Elektroautos schneller auf den Markt gebracht werden und die Verkehrswende auch in Europa bald gelingt. Denn hier fahren wir größtenteils noch die Dreckschleudern, während in China und Indien bereits massiv in saubere Autos investiert wird. Europa muss seinen Rückstand aufholen – zum Schutz des Technologiestandorts und der Arbeitsplätze, aber auch zum Schutz des Klimas. Wir wollen sicherstellen, dass die europäischen Hersteller den Auto-Markt der Zukunft gewinnen", sagt der Klima- und Umweltexperte Florenz.

"Wie wir alle erfahren mussten, wurden die CO2-Grenzwerte von den Autoherstellern durch Tricksereien umgangen. Um 42 Prozent ist der Kraftstoffverbrauch mittlerweile auf der Straße höher als im Labor. Die europäische Autoindustrie tut sich damit selbst keinen Gefallen, die Vertrauensverluste sind groß. Stramme Regelungen sind notwendig, aber natürlich dürfen die Wettbewerbsbedingungen nicht außer Acht gelassen werden", so Florenz abschließend.

Der Gesetzesvorschlag sieht vor, dass Automobilhersteller nicht mehr wie bisher einen fixen Gramm-Wert für den CO2-Ausstoß mit ihrer Flotte einhalten, sondern eine prozentuale Reduktion von 30 Prozent bis 2030 gegenüber dem Stand von 2021 erzielen müssen. Für 2025 wurde ein verbindliches Zwischenziel von 15 Prozent definiert. Emissionsarme Fahrzeuge sollen durch ein Bonussystem gefördert werden.

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