Florenz

Diesel-Gipfel oder Götterdämmerung?

Neukirchen-Vluyn |

Manipulierte Abgaswerte, Fahrverbote und Kartellabsprachen. Beim morgigen Diesel-Gipfel wollen Bundesregierung und Autoindustrie den langjährigen Diesel-Abgasskandal gemeinsam beraten. "Das Gütesiegel Made in Germany ist schon lange am wanken. Die deutsche Schlüsselindustrie ist enttarnt und zunehmende Fehlinformationen nagen am Vertrauen der Käufer. Den morgigen Gipfelteilnehmern wäre gut daran getan, endlich reinen Tisch zu machen", so Karl Hein Florenz, Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments.  

Es begann mit VW und betrifft inzwischen fast alle deutschen Autokonzerne. Bereits seit den 1990er Jahren soll es illegale Absprachen zwischen der deutschen Autoindustrie über Lieferanten, Motoren und Abgasfilter geben. "Dutzende Versprechungen, die die Autoindustrie in der Vergangenheit gemacht hat, haben sich als bloße Lügen herausgestellt. Die Kunden wurden wissentlich belogen und betrogen und alles zu Lasten der Umwelt. Es ist das Mindeste, dass die Käufer ihren wirtschaftlichen Verlust nun ausgeglichen bekommen. Verbraucher und kleine Autohändler haben durch die Betrügereien einen Wertverlust von bis zu 30 Prozent erlitten", so der CDU-Abgeordnete Florenz. Auf dem nahenden Diesel-Gipfel sollen die dafür nötigen Nachrüstungen für Dieselautos besprochen werden. Der Europaabgeordnete Florenz wirbt dafür, die Krise als Zukunftschance zu sehen: „Wir müssen nicht nur die Fehler der Vergangenheit aufarbeiten, sondern auch wieder innovativ in die Zukunft gehen. Die deutsche Autoindustrie saß Jahre lang wie eine Glucke im Nest auf ihrer alten Technologie. Nun ist der Zeitpunkt überfällig, um endlich eine moderne und zukunftsfähige Transportpolitik zu entwickeln."  

Frankreich und England planen das Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2040: "Während gefühlt alle Länder in die Zukunft blicken, rückt der Industriestaat Deutschland bisher keinen Zentimeter von seiner Linie ab. Eine ökologische Trendwende wäre eine gute Möglichkeit für Deutschland aus dem Dunst der Diesel-Wolke gestärkt hervorzugehen", so Karl Heinz Florenz.  

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